Im Februar 2022 erschien im Suhrkamp Verlag der Roman Rombo von Esther Kinsky. Für den Text Kalkstein, der in dieses Buch eingeflossen ist, wurde Esther Kinsky im Jahr 2020 der erstmals vergebene W.-G.-Sebald-Literaturpreis zugesprochen. Die feierliche Preisverleihung fand am 20. Mai 2022 in Sonthofen statt.
Aus dem Klappentext:
Im Mai und im September 1976 erschüttern zwei schwere Erdbeben eine Landschaft und ihre Bevölkerung im nordöstlichen Italien. An die tausend Menschen sterben unter den Trümmern, Zehntausende sind ohne Obdach, viele werden ihre Heimat, das Friaul, für immer verlassen. Die Materialverschiebungen infolge der Beben sind gewaltig, sie bilden neues Gelände, an denen sich die Wucht des Eingriffs ablesen und in die Begriffe der Naturkunde fassen lässt. Doch für das menschliche Trauma, für die Erfahrung der plötzlich zersprengten Existenz, lässt sich die Sprache nicht so einfach finden.
In Esther Kinskys neuem, noch vor Erscheinen preisgekröntem Roman berichten sieben Bewohner eines abgelegenen Bergdorfs, Männer und Frauen, von ihrem Leben, in dem das Erdbeben tiefe Spuren hinterlassen hat, die sie langsam zu benennen lernen. Von der gemeinsamen Erfahrung von Angst und Verlust spleißen sich bald die Fäden individueller Erinnerung ab und werden zu eindringlichen und berührenden Erzählungen tiefer, älterer Versehrung.

Suhrkamp Verlag 2022
ISBN: 978-3-518-43057-6
Lesung von Esther Kinsky im Theater in Kempten am 21. Mai 2022, 14 Uhr
