
Der erste Band der Schriftenreihe der Deutschen Sebald Gesellschaft versammelt umfangreiches Interviewmaterial aus dem Fundus des Regisseurs und Dokumentarfilmers Thomas Honickel. Entstanden für Honickels vielgelobten Dokumentarfilm W. G. Sebald. Der Ausgewanderte (2007) wurden die in Auswahl und Ausschnitten im Film verwendeten Interviews für den vorliegenden Begleitband vollständig transkribiert und lektoriert, um der Forschung unterschiedliche Perspektiven auf Sebald zugänglich zu machen. Damit wird eine Oral History erschlossen, die wichtige Details zu Sebalds Leben und Werk zu ergänzen vermag, sich dabei aber auch als widersprüchlich und heterogen erweist. Uwe Schütte und Kay Wolfinger geben diese Interviews heraus und ordnen sie in einem Vorwort in das Curriculum Vitae ein.
Thomas Honickel ist studierter Germanist und Absolvent der Hochschule für Fernsehen und Film, München. Er drehte 30 Dokumentarfilme für ARD/ARTE, darunter Porträts von Elias Canetti und W. G. Sebald. Sein Film W. G. Sebald. Der Ausgewanderte wurde im Stuttgarter Literaturhaus 2007 uraufgeführt und in zahlreichen Goethe- Instituten und Literaturhäusern Europas gezeigt.
Uwe Schütte studierte Neuere Deutsche Literatur und Geschichte an der LMU München und promovierte 1996 an der University of East Anglia bei W. G. Sebald. Er lehrte bis zum Brexit an einer englischen Hochschule und ist Privatdozent an der Universität Göttingen.
Kay Wolfinger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Neuere deutsche Literatur und Dozent an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Verlag Königshausen & Neumann
Würzburg 2021
296 Seiten, 39,80 Euro
ISBN 978-3-8260-7286-4
Im Jahr 2007 unternahm Thomas Honickel eine letzte Drehreise zu den Pariser Schauplätzen von »Austerlitz« und in die Picardie, wo Sebalds nächstes Buch spielen sollte und er auch zu arbeiten plante. Da dabei kein neues Interview entstand, fanden Honickels Aufzeichnungen über diese drei letzten Tage keinen Eingang in das »Drehtagebuch« in »Curriculum Vitae«. Entstanden ist der Text »3 letzte Tage«.
