Der mit 10 000 Euro dotierte W.-G.-Sebald-Literaturpreis 2024 wurde der Autorin Lena Schätte aus Altena zugesprochen.

Mit ihrem Text Schnapstage überzeugte sie die Jurymitglieder Hans Jürgen Balmes (S. Fischer Verlag), Heike Gfrereis (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Sebastian Guggolz (Guggolz Verlag), Helmut Neundlinger (Archiv der Zeitgenossen Krems) und Friederike Reents (Katholische Universität Eichstätt).

Ihre Wahl begründeten die Jurymitglieder mit den Worten:

»Schnapstage entwirft so sachlich wie zärtlich auf wenigen Seiten das Beziehungsgeflecht einer Familie im Schatten der Alkoholsucht, die sich in jeder Generation auf unterschiedliche Weise Bahn bricht. In der präzisen Beschreibung der Komplexität von Suchtverhalten und der Reaktionen darauf verschränken sich gesellschaftliche und emotionale Dimensionen, eindeutige Täter- und Opferzuschreibungen lösen sich auf. Die Wucht des sich behutsam entfaltenden Texts trifft unmittelbar.«

Der prämierte Text ging ein in den im Frühjahr 2025 bei S. Fischer publizierten Roman Das Schwarz an den Händen meines Vaters, der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2025 stand.

Verliehen wurde der Preis im Sommer 2025 in Sonthofen. Die Laudatio hielt Helmut Neundlinger.