W.-G.-Sebald-Literaturpreis 2022

Der mit 10 000 Euro dotierte W.-G.-Sebald-Literaturpreis 2022 wurde der Berliner Autorin Kirsten Fuchs zugesprochen.

Mit ihrem Text Sneaker überzeugte sie die Jurymitglieder Hans Jürgen Balmes (S. Fischer Verlag), Janika Gelinek (Literaturhaus Berlin), Heike Gfrereis (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Jo Lendle (Carl Hanser Verlag) und Thomas Sparr (Suhrkamp Verlag).

Ihre Wahl begründeten die Jurymitglieder mit den Worten, dass der Text Sneaker

»das in Sebalds Werk zentrale Motiv der Zerstörung konsequent in die Zukunft überführt. In einer Welt, die durch Feuer und Stürme unbewohnbar geworden und in der die Quarantäne zum Dauerzustand geworden ist, bringt der unvermittelte Besuch einer Amsel dem Protagonisten das Verlorene zu Bewusstsein und erweckt in ihm den Wunsch, aus seinem rundum digital verwalteten Alltag in das unbekannte Draußen auszubrechen.«

Verliehen wurde der Preis an Kirsten Fuchs im Sommer 2023 in Sonthofen. Die Laudatio hielt Heike Gfrereis.

Vor der Preisverleihung führte Anne Lorenz ein Interview mit Kirsten Fuchs.

Erstmals erstellte die Jury eine Shortlist mit zwei weiteren Titeln: Kurilensee von Sophia Klink (München) und Körper aus Wörtern von Anja Kümmel (Berlin).

Die Veröffentlichung von Kirsten Fuchs’ Roman Sneaker ist für Juli 2026 vorgesehen.